Umbau der Kühlerlüftung an der GL1800


Vorwort:
Ich möchte es gleich vorweg nehmen. Keinesfalls möchte ich mich mit „fremden Federn schmücken“. Der Umbau der Kühlerlüftung bei der GL1800 ist im Netz und in den einschlägigen Goldwing-Foren schon oft angesprochen worden und es sind auch einige Umbauvorschläge zu finden. Der Umbau und die Idee sind also nicht „auf meinem Mist“ gewachsen. Dafür ein Danke an allen, die die Idee hatten und diesen Umbau ermöglicht haben.


Mein Umbau:
Wie schon geschrieben, gehe ich nicht groß auf den Umbau der Lüfter ein, da es einige, verschiedene Umbauvorschläge im Netz gibt die mehr oder weniger aufwändig sind. Welchen Umbau man betreiben möchte liegt unter anderem am Geldbeutel, am Aufwand der betrieben werden soll usw. Ich habe mich für eine kostengünstige aber, hoffentlich, wirkungsvolle Variante entschieden. Die Kühlerlüfter meiner GL1800 habe ich ausgebaut, die Propeller gedreht, die Kabel umgepolt und damit die Drehrichtung der Lüfter geändert. Nun wird schon mal die Kühlluft von vorn zur Seite geblasen und nicht gegen die Fahrtrichtung wie ursprünglich. Auf den Bildern ist der Luftstrom vorher – nachher angedeutet.

 

Mit dieser Maßnahme habe ich schon mal den Luftstrom für die Kühlung positiv beeinflusst. Die Kühlluft wird jetzt einen Logischen Weg geleitet und nicht, wie im „Werkszustand“, entgegen der Fahrtrichtung. Beim Umbau ist mir aufgefallen, dass es verschiedene Lüftervarianten bzw. Modelle geben muss. Bei meinen Lüftern war es zb. nicht nötig das Flügelrad mit einer Distanzbuchse zu befestigen wie es in einigen anderen Anleitungen beschrieben wird. Auch die Scheiben vor und hinter dem Flügelrad waren nicht vorhanden. Dafür musste ich aber bei meinem Flügelrädern in der Mitte die Befestigung etwas Flacher fräsen um die Befestigungsmutter überhaupt auf die Antriebswelle zu bekommen. Es muss sich also jeder genau ansehen wie das Flügelrad befestigt ist. Soweit, so gut. Der erste Schritt zur besseren Kühlung ist getan.

Weitere Änderung:
Das zweite Problem der GL1800 ist, dass der Lüfter bei Bedarf nur bis zu einer Geschwindigkeit von ca. 40km/h eingeschaltet wird. Fährt man schneller, schaltet sich der Lüfter nicht ein. Auch nicht wenn der Motor zu warm wird. Der normale Fahrtwind soll ausreichen den Motor zu kühlen. Das mag in „normalen Fahrsituationen“ auch ausreichen. Aber sobald man den Motor zb. Bei Bergfahrten etwas mehr belastet, oder im Stau hinter einem Bus herfahren muss sieht das schon anders aus und der Motor kann trotz des Umbaus zu heiß werden. Also habe ich noch eine temperaturgesteuerte Schaltung eingebaut die Dieses Problem beheben soll. Auch diese Variante ist bei den Lüfterumbauten im Netz zu finden. Dort wird im Kühlsystem ein Thermoschalter eingebaut der die Lüfter steuert. Dazu werden die Kühlschläuche durchgeschnitten und es wird dort ein Adapter mit Thermoschalter (Lüfterschalter) eingeschleift. Die Kühlerschläuche wollte ich einerseits nicht zerschneiden, anderseits habe ich zwar die passenden Schlauchadapter gefunden, aber nicht die dafür passenden Thermoschalter (Lüfterschalter). Es gab einfach keine mit passenden Gewinde. Trotzdem habe ich eine Alternative gefunden bei der ich mir das zerschneiden der Kühlerschläuche spare und bei der der Einbau verhältnismäßig einfach ist. Im Internet habe ich mir zwei Thermoschalter gekauft, die unter anderen in Bügeleisen, Eierkochern usw. eingesetzt wird. Diese Thermoschalter gibt es als „Öffner“ und „Schließer“ mit verschiedenen Temperaturbereichen. Wir benötigen zwei „Schließer“, und ich habe den Temperaturbereich „schließen bei 95°C“
gewählt. In diesem Fall schaltet sich der Lüfter bei ca. 95°C ein und bei ca. 85°C wieder aus. Es reicht auch ein Thermoschalter. Ich habe aber an jede Seite einen Thermoschalter eingebaut.

Thermoschalter „Schließer“ 95°C

Einbau und Anschluss des Thermoschalters:
Die Thermoschalter werden direkt am linken und rechten Kühler befestigt. Da die Kühler natürlich nicht angebohrt werden können um die Schalter mit Schrauben zu befestigen, habe ich eine Schelle aus einem Stück Aluminiumblech (1,5mm dick) gebaut die den Schalter hält und mit Kabelbindern an den Kühlern befestigt wird. Hier die Maße der Schelle. Es werden zwei Schellen benötigt.

Durch das 18mm loch wird der Thermoschalter gesteckt. dazu müssen die Kontakte des Schalters um 90° gebogen werden, was mit einer Kombizange sehr einfach ist. nachdem der Schalter durch das Loch geschoben wurde, werden die Kontakte auf ca. 45° zurück gebogen. Das ist notwendig damit die Steckkontakte am Kühlerschlauch vorbei gelegt werden können.

Sind das abgekantete Blech und der Thermoschalter zusammen gesetzt, Wird das ganze von vorn jeweils links und rechts auf den Kühler gesteckt. Die Kontakte des Schalters sollten dabei links und rechts am Kühlerschlauch vorbei führen. So, dass man dort die Steckkontakte rauf stecken kann. Angebaut sieht es dann so aus.

Die vier kleinen Löcher werden benutzt um das Halteblech am Kühler befestigen zu können. Nun bekommt der Thermoschalter mit dem Kühler Kontakt und die Temperatur wird an den Schalter übertragen. Bei erreichen der 95°C schaltet sich der Schalter und damit die Lüfter ein. Wie schon geschrieben reicht auch ein Schalter. Baut man an jedem Kühler einen Thermoschalter werden die beiden Schalter einfach parallel geklemmt. Je nachdem welcher Kühler nun zuerst die 95°C erreicht wird entsprechend der Schaltkontakt geschlossen und die Lüfter eingeschaltet. Damit hat man eine doppelte Sicherheit. Auch wenn eine Zylinderseite, aus welchem Grund auch immer, schneller heiß wird kann das vorteilhaft sein. Das Halteblech wird mit Kabelbindern oder ähnlichem am Kühler befestigt. Da die Kühler im Allgemeinen nicht viel heißer als etwas über 100°C werden sollten, sollten die Kabelbinder das locker aushalten. Eventuell denke ich mir noch ein anderes Haltesystem aus, welches das Halteblech durch Zugfedern am Kühler hält. Das aber nur, wenn wieder erwartend die Kabelbinder schlapp machen sollten. Die Lüfter sind nun umgebaut, die Thermoschalter eingebaut. Kommen wir zum anschließen der Thermoschalter um die Kühlerlüfter ansteuern zu können.

Elektrischer Anschluss:
Der Anschluss der Thermoschalter ist verhältnismäßig einfach. Die Lüfter werden über ein Relais angesteuert. Dieses Relais findet ihr im Relaiskasten unter der Sitzbank Am Relais befindet sich ein Braun/Rotes Kabel welches das Relais über die ECU an Masse schaltet und damit die Lüfter einschaltet. Hier ein Ausschnitt des Schaltplans.

Das Braun/Rote Kabel wird ein Stück abisoliert und an der Stelle wird ein Kabel angelötet welches zu den Thermoschalter/n führt. Dieses Kabel wird an einen Kontakt des Thermoschalters angeschlossen. Welcher Kontakt benutzt wird ist egal. Sind zwei Thermoschalter eingebaut muss das Kabel unterwegs noch einmal geteilt werden um für jedem Thermoschalter einen Anschluss zu haben. Der jeweils andere Anschluss des Thermoschalters wird über ein Stück Kabel an eine geeignete Stelle mit Masse verbunden. Hier der geänderte Schaltplan. Durch diese Schaltung wird die ECU-Steuerung der Lüfter bei Bedarf überbrückt. Die ECU-Steuerung bleibt dabei aber trotzdem erhalten. Sollten die Thermoschalter also aus irgend einem Grund nicht funktionieren, steuert die ECU die Lüfter wie gehabt.

Da ich schon vor dem Umbau einen Schalter zum manuellen schalten der Lüfter eingebaut hatte, habe ich ihn weiter genutzt und kann ihn nun so nutzen, dass man entweder von „ECU-Steuerung“ auf „Thermoschalter-Steuerung“ umschalten kann, oder mit dem Schalter trotzdem noch die Lüfter manuell einschalten kann. Diese Varianten sind wieder jedem selbst überlassen. Hier die Variante zum umschalten von ECU- auf Thermoschalter-Steuerung.

hier noch eine Möglichkeit der manuellen Einschaltung.

Auf dem folgenden Schema seht ihr die Einbauposition des Lüfterrelais. Die Ansicht ist von oben auf den Relaiskasten gesehen.

Dieser Umbau ist insoweit kompliziert, da das Motorrad im Frontbereich komplett von der Verkleidung befreit werden muss. Das ist bei der Goldwing nicht so einfach. Dabei müssen ein paar Reihenfolgen beim auseinanderbauen und auch beim zusammenbauen eingehalten werden. Es gibt viele gleich aussehende Schrauben die sich nur wenig unterscheiden und unter anderem unterschiedlich lang sind. Man sollte sich genau merken wo welche Schraube hingehört. Es sollte sich also nur jemand an diesen Umbau wagen, der schon Erfahrung in Mechanik und Elektrik hat. Aus diesem Grund bin ich nicht weit ins Detail gegangen, habe das auseinanderbauen, zusammenbauen und genaue verlegen der Kabel nicht beschrieben. Wer diesen Umbau selbst macht weiß was er tut und dem sollte diese „Hilfestellung“ bzw. der „Einbauvorschlag“ ausreichen. Natürlich bin ich gern bereit Fragen zu beantworten. Wer es sich nicht zutraut, aber die Fahrt zu mir aufnehmen möchte, dem helfe ich auch gern beim Umbau. Allerdings sollte ein ganzer Tag für den Umbau eingeplant werden.

 

Das „Kleingedruckte“

Diese, und allen anderen Bauanleitungen von mir, sind Bauvorschläge ohne TÜV und ohne Garantie. Ich übernehme für Schäden die beim Umbau oder durch den Umbau entstehen können und könnten keine Haftung! Es wird auch keine Garantie auf Fehlerfreiheit der Bauanleitung gegeben. Die Bauanleitung wurde mit besten Wissen und Gewissen erstellt. Aus aktuellem Grund weise ich noch einmal darauf hin, dass unberechtigte Kopien aller meiner Bauanleitungen nicht gestattet sind und Zuwiderhandlungen rechtlich geahndet werden. Jeder kann die Bauanleitungen für den privaten Gebrauch nutzen. Es ist nicht gestattet die Bauanleitungen direkt mit einer anderen Webseite zu verlinken. Wenn eine Verlinkung gewünscht ist darf nur direkt auf die Seite „www.hamsters-motorrad.de“ oder "www.goldwingfahrer.de" verlinkt werden.

Copyright. R.Lange / info@goldwingfahrer.de

Alfacounter

nach oben